Chronik von Kirche und Gemeinde

19. Jahrhundert Aufschwung Leipzigs als Handels- und Messestadt
Wachsen der Vororte und Bevölkerungswachstum, darunter auch viele Katholiken
1903 Gründung der Hubertus-Konferenz
Ihre Ziele sind die Sammlung der ortsansässigen Katholiken und die Betreuung der Bedürftigen. Die Sammlung der Katholiken bezieht sich auf den ganzen Süden der Propstei bis nach Gautzsch, Böhlen und Rötha.
1906 Gründung des St. Annavereins, des weiblichen Pendants zur Hubertus-Konferenz. In seiner Tradition steht der heutige Caritaskreis.
1920 Gründung des Volksvereins Antrag auf sonntäglichen Gottesdienst für Leipzig-Süd

23. Januar 1921

Superior Jakob Stranz feiert im  "Lichtspieltheater Künast" am Connewitzer Kreuz, Bornaische Str. 3c, die erste Hl. Messe. Das ist bis zum Bau der Kirche der Ort zur Feier der Gottesdienste.
1. Januar 1924 Bischof Dr. Christian Schreiber errichtet die katholische Pfarrei St. Bonifatius mit Josef Rönsch als erstem Pfarrer.
1924 Der Katholische Kaufmännische Verein (KKV) beschließt, für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in Leipzig eine Pfarrkirche zu bauen. Der Wettbewerb wird durch die „Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst“ München veranstaltet. Es gehen 237 Entwürfe ein.
1926 Der seit 1924 existierende „gemischte Chor“ konstituiert sich zum Kirchenchor.
1926 Das Grundstück Prinz-Eugen-Str. 21 kann durch Prälat Stranz von Konsul Wachsmuth für den Kirchbau erworben werden.
1927 Im Pfarrhaus kann eine Kapelle für den Werktagsgottesdienst eingerichtet werden.
1928 Der drittplatzierte Kirchbauentwurf des Wettbewerbs, den Theo Burlage entworfen hat, wird für die Realisierung ausgewählt.
3. März 1929 Am Sonntag des Frühjahrsmessebeginns findet die Grundsteinlegung für die Kirche statt.
18./19. Januar 1930 Einweihung der Kirche St. Bonifatius durch Bischof Dr. Christian Schreiber
Architekt: Theo Burlage, Osnabrück/Leipzig
Bildhauer: Albert Burges, Frankfurt/M. (Firma Burges & Stein)
Glasmaler Theo M. Landmann, Osnabrück
11. Mai 1935 Einweihung der umgesetzten Orgel. Sie wurde „vermutlich in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg“ (Gutachten Schrammek 1974) von der Firma Jehmlich für die Andreaskirche in Dresden gebaut.
Sie hat 13 Register, 2 Manuale, pneumatisch gesteuerte Kegelladen. 1938 wurde das Instrument um 6 Register erweitert und eine Transmission durchgeführt. Dadurch wurde das dunkle „romantische“ Klangbild „barockisiert“.
2. Weltkrieg

Die St. Bonifatius-Kirche erleidet durch Bombeneinwirkung Schaden. Alle Fenster außer dem Bonifatiusfenster werden zerstört.

Die Zahl der Katholiken steigt durch den Zuzug vieler Flüchtlinge

1945 Es erfolgt eine Instandsetzung der schlimmsten Schäden. 1954 folgt eine Generalüberholung. Schließlich ist ab 1955 die Heizung wieder nutzbar. Die Fenster sind einfach verglast, die Wände und die Kuppel hell gestrichen.
10. Dezember 1950 Beginn regelmäßiger Sonntagsgottesdienste für die Südvorstadt im Gemeindesaal der evangelischen St. Andreasgemeinde.
18. September 1952 Der in der Südvorstadt gelegene Teil der Propsteigemeinde ("Propstei-Süd") wird als Lokalkaplanei errichtet. Eine Kapelle und die Pfarrwohnung sind zu dieser Zeit in der August-Bebel-Str. 41.
1962 Der von Friedrich Press für St. Bonifatius gestaltete Kreuzweg aus Böttchersteinzeug wird eingeweiht. Der vorhergehende war auf die Wand gemalt und war nicht zu retten.
1966 Aus der Lokalkaplanei der Südvorstadt wird die Pfarrvikarie St. Hedwig.
1. Mai 1966 Die Kolpingfamilie Connewitz, später Leipzig-Süd, wird gegründet.
1967 Nach den Reformen des 2. Vatikanischen Konzils finden die ersten Pfarrgemeinderatswahlen statt.
18. Januar 1970 In St. Bonifatius wird der neue Altar geweiht. Ein Jahr zuvor wurde der alte Altar abgetragen. Priester und Gemeinde versammeln sich nun um den Altar. Der Krieger in der Turmhalle wurde „erdbestattet“ und der Tabernakel fand dort seine Aufstellung.
1974 Die außerhalb der Stadt Leipzig gelegenen Teile der Pfarrei St. Bonifatius werden abgetrennt und die Pfarrei Markkleeberg wird errichtet.
1. Januar 1976 Die bis dahin zur Propsteipfarrei gehörende Pfarrvikarie St. Hedwig wird zur selbständigen Pfarrei erhoben.
16. Januar 1984 Ein neuer Chor mit etwa 60 Interessenten findet sich in St. Bonifatius erstmals zur Probe unter Leitung von Agnes Grahl zusammen.
1990 Die alte Kapelle St. Hedwig muss wegen Baufälligkeit aufgegeben werden. Eine alte Stasi-Wohnung in der Richard-Lehmann-Str. wird zum neuen Gottesdienstraum. Auch der Seelsorger wohnt in dem Haus. Eine vor der Friedlichen Revolution am Fockeberg geplante Kirche mit Gemeindezentrum kann nicht realisiert werden.
20. April 1991 Neugründung des KKV in Leipzig (Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung).
24. Mai 1991 Erstmals findet das Connewitzer Straßenfest der evangelischen und katholischen Gemeinden des Leipziger Südens statt.
1995-1996 Die politischen Veränderungen bieten neue Möglichkeiten zur Instandsetzung der Pfarrkirche. Die Kirchenfenster werden von den ursprünglichen Firmen nach originalen Vorlagen gestaltet (Deppen aus Osnabrück für das Turmfenster, Taufkapelle und Orgelempore und die Firma Hein-Derrix aus Kevelaer für das Altarfenster).
1996 Der Außenputz der Kirche wird erneuert, die Stufen zum Eingang sowie die Rollstuhlrampe müssen neu verlegt werden. Das Kirchendach wird repariert. Nach alten Vorlagen werden neue Eingangstüren angefertigt.
1998-1999 Das marode Gemeindehaus St. Bonifatius wird zu 99 % abgerissen. Unter der Leitung des Architekturbüros Paul Peter Pinter beginnt der Neubau. Am Patronatsfest, dem 5. Juni 1998, ist das letzte Zusammensein im alten Haus. Am 9. Oktober 1999 wird das neue Haus eingeweiht.
1. Januar 2003 Durch ein bischöfliches Dekret werden die Pfarreien St. Bonifatius in Leipzig-Connewitz und St. Hedwig in Leipzig-Süd zur Gemeinde
St. Bonifatius Leipzig-Süd zusammengeschlossen. Nachdem die damalige Pfarrei St. Hedwig ihre gemieteten Räume in der Richard-Lehmann-Str. aufgeben musste und längere Zeit heimatlos war, konnte die neue St. Hedwigkapelle in einem gemieteten Gewerberaum in der Kochstraße 66 am 22. März 2003 durch Bischof Reinelt benediziert werden. P. Gräve bezog eine Wohnung im selben Haus.
2004-2005 Umfangreiche Baumaßnahmen in der Kirche. Nach etwa einjähriger Bauzeit hält die Gemeinde am Fest des Hl. Bonifatius 2005 mit einer feierlichen Vesper Einzug in die renovierte Kirche. Die Kirche erhält ihr heutiges Aussehen mit einer neuen Bestuhlung, neuer Altargestaltung und neuem Beleuchtungskonzept. Die Farbgebung orientiert sich am historischen Befund.
August 2005 Anlässlich des XX. Weltjugendtages in Köln sind Jugendliche zu Tagen der Begegnung in unser Bistum eingeladen. In unserer Pfarrei werden Gäste aus Frankreich und Russland aufgenommen.
Januar 2006 Unsere Sternsinger durften zum Empfang der Bundeskanzlerin nach Berlin fahren.
2. Juli 2006 Die Gottesdienste 9.30 Uhr in St. Bonifatius und 10.30 Uhr in St. Hedwig entfielen. Stattdessen feierte die gesamte Gemeinde in großer Versammlung um 11 Uhr im Garten Eucharistie. Damit begann das Gemeindefest. Diese Tradition konnte in den folgenden Jahren fortgesetzt werden.
9. November 2008 Deutschlandfunk und Deutsche Welle übertrugen den Gottesdienst zum Weihetag der Lateranbasilika aus der Pfarrkirche.
2008-2009 Das undichte Kupferdach der Kirche konnte erneuert werden. Der Zustand der Holzkonstruktion war schlechter als erwartet. Die Kuppelspitze und das Dach über der Orgel erwiesen sich als einsturzgefährdet.